Presse 3

Haus und Grund Solingen – Journal Juni 2013

Denkmalschutz Beratung NRW, Martin Nakat

Denkmalschutz Beratung NRW, Martin Nakat (Foto: U. Aranas)

 

Experte rät: Projekte vorziehen, jetzt noch von Förderung profitieren
Denkmalpflege: Protest gegen geplante Kürzungen

Die Denkmalpflege in Solingen muss künftig vermutlich mit deutlich weniger Geld auskommen. Wie kürzlich bekannt wurde, beabsichtigt die NRW-Landesregierung, die Kulturförderung – und hier insbesondere die Landesmittel für Denkmalpflege – erheblich einzuschränken.
Die Kürzung beträfe nicht nur die archäologische Bodendenkmalpflege, sondern vor allem die vielen privaten Denkmaleigentümer.
Sie bekämen künftig für die Erhaltung und Instandsetzung ihrer Denkmalimmobilien keine oder nur eingeschränkte Unterstützung durch öffentliche Gelder.
Dagegen protestiert der Rheinische Verband für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. In der Presse wandte er sich an Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU). Solingen und das Städtedreieck seien von den Einschnitten besonders betroffen, heißt es in einem offenen Brief, der auch an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gerichtet ist. Der Verband sieht in den Kürzungen ein „verheerendes Signal“ für die Denkmalpflege, weil verschuldete Städte wie Solingen die finanzielle Lücke nicht schließen könnten. Bauwerke, die für das Stadtbild prägend seien, gerieten so in Gefahr. Städte verlören ihr Gesicht.

Stadtsprecher Lutz Peters sprach im Solinger Tageblatt von einem „herben Rückschlag“ für die Denkmalpflege. In Solingen sind laut Jens-Peter Foitzik, Leiter der städtischen Denkmalbehörde,
etwa 1.000 Denkmäler verzeichnet. In den vergangenen Jahren seien etwa eine Handvoll Objekte für die Förderung angemeldet worden. Sowohl private als auch kirchliche und städtische Immobilien seien in den Genuss der Zuschüsse gekommen.

Als Beispiele dienen Schloss Burg, die Lutherkirche, die Klosterkirche oder das Holzkarussell im Freizeitpark Ittertal. Bereits im aktuellen Haushalt 2013 werden die Fördermittel des Landes für die Denkmalpflege um gut zwei Millionen Euro auf rund 9,4 Millionen gekürzt. Ab dem nächsten Jahr sollen nur noch rund 3,4 Millionen Euro fließen, ab 2015 die Zuschüsse vollständig gestrichen werden. Nach den Vorstellungen der Landesregierung soll es Denkmalmittel dann nur noch in Form von Darlehen geben.

„Diese Entwicklung zeigt, dass sich der Denkmalschutz landesweit in einer Krise befindet”, kommentiert der Wuppertaler Architekt und Denkmalschutzexperte Martin Nakat. „Und das, obwohl das Gesetz im bevölkerungsreichsten Bundesland Verfassungsrang genießt.” Dem Denkmalschutz in NRW liegt ein öffentliches Interesse zu Grunde. Das nimmt private Denkmal Eigentümer in die Pflicht, bei Restaurierungs- oder Sanierungsmaßnahmen Auflagen für den Denkmalerhalt erfüllen zu müssen, die nicht selten kräftig ins Geld gehen. Restaurator Martin Nakat: „Wie will das Land dieses öffentliche Interesse gegenüber Denkmaleigentümern geltend machen, wenn es selbst nicht bereit ist, in erhaltenswerte Bausubstanz zu investieren?” Auch laut Städte- und Gemeindebund NRW vermittle diese Entscheidung den Eigentümern den Eindruck, mit den zusätzlichen Kosten für die Denkmalpflege alleingelassen zu werden. Bislang bewirke eine staatliche Förderung, dass Denkmaleigentümer den Mehraufwand für Sanierungsmaßnahmen ihrer Objekte wenigstens zum Teil ausgeglichen bekamen. Denn in der Regel seien es gerade historische Bürgerhäuser oder die unter Schutz gestellten ländlichen Wohnhäuser, für deren Umbau oder Sanierung Landesmittel aus dem Topf für Kulturförderung fließen. Vielfach werde durch diese Förderung erst ein Anreiz geschaffen, um überhaupt Projekte zu finanzieren.

Martin Nakat rät angesichts der drohenden Kürzungen privaten Denkmaleigentümern: „Für ,übermorgen’ geplante Maßnahmen vorziehen, um heute noch von den Landesmitteln profitieren zu können.

Zu diesem Thema hält Nakat am Mittwoch, 3. Juli 2013, um 19 Uhr einen kostenlosen

Infovortrag

„Umbau von Häusern unter Denkmalschutz“

Kostenlos (bitte Anmeldung (klick) per Telefon oder Email)
Mittwoch 03. Juli 2013, Beginn 19:00
Ort: Evangelische Gemeinde Unterbarmen-Süd
Meckelstr. 52, 42287 Wuppertal