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Experten-Tipps für Umbau und Renovierung

Was Denkmaleigentümer beachten müssen

Eine Gründerzeit-Villa, ein Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert oder ein alte Wassermühle – so stellt man sich denkmalgeschützte Gebäude vor. Doch selbst Einfamilienhäuser aus den 1930er Jahren können bereits unter Denkmalschutz stehen.

Bei Umbau denkmalgeschützter Häuser muss die Untere Denkmalbehörde eingeschaltet werden, wie bei diesem Bergischen Denkmal, Haus Kupfersiefen/Rösrath.

Denkmalschutz Beratung NRW, Martin Nakat

Denkmalschutz Beratung NRW – Martin Nakat, Arbeitsgruppe BaudenkmalNRW (Foto: U. Aranas)

„Das Denkmalschutzgesetz verlangt vom Eigentümer eigentlich nur zweierlei”, sagt der Wuppertaler Architekt Martin Nakat. „Erstens, dass er es bewohnt wie bisher,  sorgsam damit umgeht und nicht verkommen lässt.” Alles andere wäre, so Nakat, auch unwirtschaftlich.

„Der zweite Punkt ist, dass er bei Veränderungsabsichten die untere Denkmalbehörde um Erlaubnis fragt.” Deshalb sei es hilfreich, bei Instandsetzungsmaßnahmen mit in der Denkmalpflege erfahrenen Fachleuten zusammen zu arbeiten, die das Vorhaben kompetent begleiten und koordinieren können.
Martin Nakat ist auf Umbau und Renovierung von denkmalgeschützten Häusern spezialisiert. Hier beantwortet er die häufigsten Fragen von Eigentümern:

 

Wann brauche ich eine Erlaubnis?

Genehmigungspflichtig sind grundsätzlich alle Vorhaben, die auf das Erscheinungsbild, die schützenswerten Bestandteile und die Substanz des Gebäudes einwirken – ob Abriss oder neuer Anbau, Neuanstrich, Fensteraustausch, Putzerneuerung und Dacheindeckung. Dazu zählen auch statische Eingriffe, wie bauliche Erweiterungen durch einen Dachgeschossausbau, Fachwerkreparaturen oder Balkonanbau. Diese Vorhaben müssen den Denkmalbehörden gemeldet werden.

Im Inneren kommt es darauf an, ob die Räume selbst oder ihre Ausstattung wie Türen, Bodenbeläge, Stuck und alte Raumausmalungen Denkmaleigenschaften haben und damit erhaltenswert sind. Liegen solche schützenswerte Innendekorationen nicht vor, sind Sie in der Verschönerung Ihres Heimes selbstverständlich völlig frei.

 

Wie komme ich an diese Erlaubnis?

Für Bau- und Veränderungswünsche stellen Sie bei Ihrer zuständigen Unteren Denkmalbehörde einen Genehmigungsantrag – am besten schriftlich. Um ihn behördenseits beurteilen zu können, müssen noch Anlagen wie Lageplan, Fotografien, Maßnahmenbeschreibung und ggf. Zeichnungen sowie Berechnungen angefügt werden. Diese Unterlagen  können Sie selbst oder von einem erfahrenen, auf dem Gebiet der Denkmalpflege zuständigen Architekten zusammenstellen lassen.

Dabei ist es ratsam, frühzeitig einen Beratungstermin mit der Denkmalbehörde zu vereinbaren, damit die angefertigten Pläne bzw. das zusammengestellte Material mit den Vorstellungen des Denkmalschutzes in Planung und Ausführung zusammengeführt werden können.

Die Prüfung des Antrags schließt ab mit der Entscheidung durch die Untere Denkmalbehörde.

 

Was muss ich tun, um Zuschüsse für mein Denkmal zu erhalten?

Zunächst ist es wichtig,  Einvernehmen mit dem Gebietsreferenten des Denkmalpflegeamtes sowie mit dem zuständigen Mitarbeiter der Unteren Denkmalbehörde über die Art und Weise der Restaurierungs- bzw. Umbaumaßnahme zu erlangen. Hilfreich wäre zudem, dass die erforderlichen Genehmigungen bereits schon vorliegen.

 

Wann, wo und wie erhalte ich einen Zuschuss?

Aus den Landesmitteln von Nordrhein-Westfalen werden u.a. für Maßnahmen, die zur Sicherung, Erhaltung und Instandsetzung denkmalwerter Substanz beitragen bis zu  einem Drittel der  zuwendungsfähigen Kosten in Form von direkten nicht rückzahlbaren Zuschüssen gewährt. Die Anträge für die Förderung von Maßnahmen (Projektförderung) sind über die Untere Denkmalbehörde bei der zuständigen Bezirksregierung einzureichen. Der Abgabetermin bei der Bezirksregierung  für das jeweils folgende Jahr ist der 1. Oktober.
Darüber hinaus gibt es noch andere Förderwege sowie Stiftungen der Heimat und Kulturpflege, die durch ihre Unterstützung einen Beitrag für die Erhaltung unserer Denkmäler leisten.

 

Was muss ich tun, um Steuervergünstigungen für mein Denkmal zu erhalten?

Nach dem Einkommensteuerrecht können Herstellungskosten für den Erhaltungsaufwand von Denkmälern erhöht abgeschrieben werden. Dies setzt eine für das Finanzamt ausgestellte Bescheinigung in Höhe des gewährten Zuschusses von der Unteren Denkmalbehörde voraus.
Diese Bescheinigung sollte vor Beginn der Maßnahme bzw. Reparatur beantragt werden. Die Behörde muss die Notwendigkeit für die Erhaltung des Denkmals bestätigen. Außerdem gibt die Bescheinigung Auskunft über die geplanten Arbeiten und den finanziellen Aufwand der Maßnahme wieder.

 

Informationen:

Denkmalschutz-Beratung NRW, Martin Nakat, Architekt/Restaurator im Handwerk/Mauerwerke, Münzstraße 6, 42281 Wuppertal
Tel: 0202/89 78 154, info@martin-nakat.de